3D-DruckerSLATestbericht

Anycubic Photon M3 – SLA Drucker mit 4K Auflösung im Test

Anycubic hat vor nicht allzu langer Zeit seine neue M-Serie Resin Drucker vorgestellt. Wie auch der Photon Mono X 6K handelt es sich beim M3 um einen Resin Drucker, der mit flüssigem Druckmaterial arbeitet. Ich hatte die Möglichkeit den Drucker bereits ein paar Tage zu testen und möchte euch hier meine Eindrücke schilden.

Der Drucker selbst kommt sicher verpackt zu euch nach Hause und besteht aus dem Grundgerät, der Druckplattform, der Abdeckhaube um den Druck vor UV-Strahlen zu schützen, dem Resintank sowie umfangreichen Zubehör. Das Druckmaterial ist nicht im Lieferumfang enthalten und muss gesondert gekauft werden. Der Druck ist bereits zu 100 % vormontiert und ihr müsst lediglich das Buildplate und die Resinwann einsetzen um auch schon loslegen zu können.

Bevor ich aber auf die Details eingehe, möchte ich euch noch schnell die technischen Daten des Anycubic Photon M3 geben:

Technische Daten Anycubic Photon M3

System ANYCUBIC Photon M3
Bedienung 2,8-Zoll-Touchscreen
Software ANYCUBIC Photon workshop
Konnektivität USB
Lichtquelle Matrix, Wellenlänge 405 nm
XY-Auflösung 0,051 mm 4096 * 2560 (4K)
Auflösung der Z-Achse 0,01 mm als Linearschiene ausgeführt
Schichtauflösung 0,01 ~ 0,15 mm
Druckgeschwindigkeit Max. 50 mm / h
Nennleistung 55W
Druckergröße 269 mm (L) * 256 mm (B) * 425 mm (H)
Bauvolumen 163 mm (L) * 102 mm (B) * 180 mm (H)
Gewicht 7 kg

Der erste Eindruck

Beim Drucker selbst ist Anycubic sich selbst treu geblieben und wagt keine Experimente. Das schwarze Kunststoffgehäuse wird mit einer gelben UV-Schutzabdeckung abgedeckt um euer Modell vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und das vorzeitige Aushärten des Resins zu verhindern. An der Seite des rechten Seite findet ihr neben dem Ein- und Ausschalter den USB-Port, an dem der mitgelieferte USB-Stick eingesteckt wird, über Wlan verfügt der M3 leider nicht, wird dies möchte muss zum M3 Plus greifen der neben der Wlan-/Cloud-Anbindung auch noch über einen automatischen Resin-Feeder verfügt der während des Drucks automatisch Resin nachfüllt.. Gesteuert wird das Gerät über ein kleines, frontseitig angebrachtes 2,8 Zoll (7,11 cm) Touch-Display das man auch schon aus anderen Modellen kennt.

Auffällig ist die deutliche breitere Linearschiene der Z-Achse im Vergleich zu den Vorgängern was noch einmal für mehr Stabilität des Druckers sorgt. Der Resintank selbst ist beim Anycubic Photon M3 aus Metall gefertigt und fasst 500ml Resin. Der Tank hat 4 kleine Noppen an der Unterseite, so dass ihr ihn auch mal abstellen könnt ohne euch Sorgen um die FEP-Folie machen zu müssen.

Das Buildplate ist 163 x 102 mm groß und hat eine eingelaserte Schachbrettstruktur, die Wie bereits com Anycubic MonoX 6K kennen.

Vor dem erste Druck mit dem Photon M3

Wie bereits erwähnt ist für den ersten Druck recht wenig zu tun, zeiht die Schutzfolie vom vorinstallierten Screenprotector der das Display schützt und schon können wir auch schon mit dem leveln beginnen.

Beim leveln selbst hat sich im Vergleich zu den Vorgängern nichts großartig geändert, Das beiliegende Blatt zur Kalibrierung auf den Drucker, Druckplatte ganz runterfahren, Schrauben lösen, andrücken, schrauben festziehen. Speichert nun diese Position als Z=0 und fahrt das Buildplate wieder nach oben. Jetzt könnt ihr auch schon den Resintank mit der FEP-Folie einsetzen und mit den beiden Bolzen befestigen. Schön hier, ist das Anycubic nun 2 kleine Noppen an der Unterseite des Resintanks angebracht hat um den Tank schneller in Position zu bringen. Fertig – das ganze dauert keine 15min.

Der Photon M3 verfügt über ein Monodisplay, die seit etwa einem Jahr bevorzugt verbaut werden. Mit der verbauten 28 LED UV-Matrix und der darüber angebrachter Optik soll eine streuungsarme und gleichmäßige Beleuchtung erfolgen, die Lebensdauer wird hier mit 2000h angegeben. Ein weiterer Vorteil des Monodisplays: eine deutlich beschleunigte Druckzeit durch die besseren UV-Durchlässigkeit. So lassen sich die übliche Belichtungszeiten Objekt und Materialabhängig von 8-14s auf etwa 2-4 Sekunden minimieren und sorgt so für eine wesentlich kürzere Druckzeit.
Schön ist auch, dass Anycubic alles Nötige beilegt, um direkt loszulegen. Das beinhaltet Werkzeuge wie einen Spachtel um die Modelle von der Buildplate zu lösen, einen Schieber um überschüssiges Resin zusammenzuschieben, eine kleine Packung Gummihandschuhe, Papiertrichter mit Filter, einen USB-Stick mit der Software und einem bereits druckfertigen Modell für den ersten Druck. Diser kann direkt ohne weitere Einstellungen oder Slicing vom USB-Stick gedruckt werden. Der kleine Würfel auf dem USB Stick sollte kein Problem sein, wenn ihr richtig gelevelt habt.

Im Betrieb zeigt sich der M3 angenehm leise, man hört im Grunde nur die Z-Achse als leises Surren. Lediglich die bekannte Geruchsentwicklung beim Resin-Druck ist bemerkbar, hier hat seit kurzem aber auch Anycubic eine Abhilfe. Das neue Wasserwaschbare-Resin mindert die Gerüche doch ein wenig, wer noch einen Schritt weitergehen will kann sich auch die Mini-Luftreiniger mit Kohlefilter unter die Haube stellen. Diese verfügen über einen kleinen Akku und können frei unter der Haube platziert werden.

Drucken mit dem Anycubic Photon M3

Das Drucken selbst mit dem Photon M3 ist wirklich kein Hexenwerk, geslictes Modell auf den Stick kopieren, Modell auswählen, über den Touchscreen auswählen und starten. Lediglich beim Einfüllen des Resins in den Tank sollte man aufpassen nichts davon auf den Screen zu bekommen und die maximale Füllmenge nicht zu überschreiten.

Und ja, der Photon M3 ist schnell! Im Vergleich zu einem etwas älteren, vergleichbaren Elegoo Mars braucht er laut Slicing-Software rund 30 Minuten weniger für das Drucken des gleichen Modells.

 Nach ein paar Testdrucken bin ich mit der Druckgeschwindigkeit und der Druckqualität sehr zufrieden. Die Details sind klar erkennbar und sehen spitze aus. Egal ob ihr ein großes Modell druckt oder kleine Figuren für ein Tabletop spiel. Je nachdem welches Resin ihr verwendet solltet ihr allerdings trotzdem auf die richtigen Einstellungen in der Slicing Software achten, mir ist es z.B. dass ein Druck Risse bekam oder sich teilweise vom Buildplate gelöst hat, da ich die ersten Layer nicht lange genug belichtet hatte.

Fazit

Der Anycubic Photon M3 ist ein solider Drucker ohne irgendwelchen Schnickschnack. Ideal geeignet für Einsteiger in das Thema Resin-Druck und verfügt über ein hochauflösendes 4K Mono Display. Wer in den 3D-Druck mit SLA-Resin einsteigen will bekommt hier ein schönes Gesamtpaket, das einen einfachen Einstieg ermöglicht. Die Bedienung ist simpel, die Einrichtung einfach und die Benutzung selbsterklärend.
Allerdings solltet ihr euch klar sein, dass der Druck nur die Hälfte der Arbeit ausmacht, ihr müsst die Drucke danach noch waschen und mit UV aushärten, wie das geht habe ich in dem Testbericht zum Anycubic Mono X 6K bereits einmal beschrieben. Das Verfaren ist hier das gleiche. Ein Tipp den ich allerding nicht oft genug wiederholen kann: Nutzt wasserwaschbares Resin.. Das erspart zumindest den Umgang mit literweise Isopropylalkohol. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit den erzielten Ergebnissen und an die Reinigung gewöhnt man sich auch.

Den Preis halte ich angesichts der Auflösung und des Druckvolumens für angemessen bzw. seinen Preis wert. Wer einen einfachen Resindrucker mit ich nenne es mal mittlerer Baugröße sucht, macht hier beim Anycubic Photon M3 nichts falsch.

Der Anycubic Photon M3 ist direkt bei Anycubic für 279 Euro bestellbar.

Pixelaffe

Im Netz als Pixelaffe unterwegs, hat nie Zeit, haufenweise Flausen im Kopf. Andere Menschen sagen von mir ich sei ein "Evil Genius" ...

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