3D-DruckerFDMTestbericht

Anycubic Vyper: Ausgepackt – eingeschaltet – getestet

Der Einstieg in den 3D-Druck einfach gemacht

Anycubic hat bereits Mitte 2021 den Anycubic Vyper vorgestellt, der dann ab Ende 2021 auch endlich bei uns in großer Stückzahl erreichbar war. Der UVP bei Anycubic liegt aktuell bei 369 Euro, durch verschiedene Aktionen habt ihr aber gute Chancen ihn zu einem günstigeren Preis zu bekommen.

Technische Daten Anycubic Vyper

Der Drucker ist mit einem neuen 32-Bit-Motherboard und einem leistungsstarken Hauptprozessor mit Cortex-M3-Architektur ausgestattet. Der Vyper bietet eine schnellere Rechengeschwindigkeit und eine schnellere Verarbeitung der Daten. Die Integration von leisen TMC2209 Treibern ermöglicht dem Motherboard einen leiseren Druckvorgang. Die Druckgeschwindigkeit soll bis zu 30 % schneller sein als bei den Vorgängern.

Drucktechnologie FDM (Fused Deposition Modeling)
Maschinengröße 508 x 457 x 516 mm (L/B/H)
Bauraum 245 x 245 x 260 mm (L/B/H)
Maximale Druckauflösung 0,1mm
Druckgeschwindigkeit bis zu 180mm/s
Nozzel E3D Volcano Hotend, 0,4-mm
Druckbett Beheizbar bis zu 110 °C
Extruder Bowden-Doppelzahn-Extruder mit zwei Lüfter und bis zu 260 °C
Sonstige Funktionen Filamentsensor, LED-Beleuchtung, Fortsetzungsfunktion bei Unterbrechungen, vollautomatische-Leveling-Funktion, magnetische Druckauflage, Riemenspanner und Schublade mit Werkzeug
Unterstützte Materialien (lt. Hersteller) PLA, TPU, ABS, PETG, Holz-Filament
Display 4,3-Zoll-Touchscreen
Konnektivität Micro-SD (mit USB-Adapter) und USB inkl. TMC2209 Treiber
Mainboard Cortex M3 32-Bit
Empfohlene Software Cura
Unterstützte Formate .STL, .OBJ, .AMF
Stromversorgung 100 V / 240 V AC, 50/60 Hz

Lieferung und Aufbau

Der Lieferumfang besteht neben dem Drucker noch ein Handbuch, Stromkabel, ein USB-Kabel, ein Teststück Filament, eine Plastikspachtel, eine SD-Speicherkarte, ein USB-Adapter, 2 Ersatz-Nozzel, Kabelbinder, eine Zange, eine Extrudernadel und passende Inbus-Schlüssel, kurz alles was man zum Start in die Welt des 3D-Drucks braucht.

Wenn man die Einzelteile einmal ausgepackt und sortiert hat, braucht man wirklich nur 10 Minuten um den Vyper Aufbauzeit. Selbst handwerklich unbegabte Menschen sollten hier keine Probleme haben. 6 Schrauben, ein paar Stecker, fertig.

Kleiner Tipp: Falls ihr das Werkzeug sucht, es befindet sich in einer Schublade unter dem Druckbett

Erster Eindruck

Der 3D-Drucker hat eine Größe von 245 x 245 x 260 mm (L/B/H). Ein stabiles Schienensystem verbindet das Druckbett, welches sich in der y-Achse bewegt, mit dem in der x- und y-Achse beweglichen Druckkopf. Der Filamenthalter an der linken Seite und der Extruder sind nicht außergewöhnlich. Im direkten Vergleich mit anderen Geräten fällt sofort das große Farb-Display und die magnetische haftende PEI-Druckplatte mit aufgerauter Oberfläche auf, die eine einfachere Handhabung bei besserer Haftung verspricht. Auch eine kleine LED-Beleuchtung am Druckkopf ist ein kleines aber feines Extra, dass man in dieser Preisklasse nicht unbedingt erwarten kann.

Der 4,3 Zoll (10,92 cm) große Touchscreen macht einen guten Eindruck. Die Menüs werden sauber dargestellt und beim Farbschema wechseln sich zum größten Teil Weiß und Blau ab.

Der erste Druck mit dem Vyper

Das Druckbett zu leveln war bis jetzt immer das größte Gefummel. Ihr müsste die Druckplatte optimal zum Druckkopf ausrichten, damit euer Druckmaterial auch richtig haftet, normalerweise passiert das manuell über 4 Rädchen auf der Unterseite der Druckplatte. Mit dem Vyper ist das nun vorbei. Das automatische Leveln ist das große Plus beim Vyper. Einfach den entsprechenden Menüpunkt auswählen und der Drucker geht die nötigen Schritte automatisch durch. Das leveln dauert wenige Minuten und nach dem Abschluss kann direkt mit dem Drucken losgelegt werden.

Alles in allem sollte das nicht länger als 30 Minuten dauern. Wählt dazu die Demodatei von der mitgelieferten SD-Karte aus und startet den Druck. Der Drucker kurz auf und beginnt das Filament auf die Druckplatte aufzutragen. Nach 1,5 Stunden sollte der Druck beendet sein und kann vom Druckbett genommen werden. Das war einfach, oder?

Lärm-/ Geruchsbelästigung und Druckqualität

Die neuen Motoren und Treiber sind wirklich sehr leise, man hört bei normaler Druckgeschwindigkeit kaum etwas davon. Dies trifft allerdings leider nicht für die verbauten Lüfter in Druckkopf, Gehäuse und Netzteil zu. Diese sind deutlich zu hören, daher gibt es bereits zahlreiche Mods, um diese auszutauschen. Daher ist es nicht unbedingt ratsam den Drucker direkt neben eurem Schreibtisch aufzustellen, lieber in einem Nebenraum. Alternativ könnt ihr euch auch gerne eine Einhausung bauen, um den Drucker zu verstecken, IKEA bietet hier zahlreiche Teile, die in der 3D-Druck Community gerne verbaut werden.

Die ersten Drucke gefallen mir schon ziemlich gut für einen Out-of-the-Box Druck.. Hier und gab es zwar ein paar Schichten, die nicht so sauber waren oder übermäßiges Fäden ziehen, aber nichts was man mit ein paar Änderungen an der Drucktemperatur oder anderen Einstellungen wegbekommt, das Gesamtbild passt erstmal.

Stichwort Haftung: Die Drucke sitzen bombenfest, wenn ihr richtig gelevelt habt, und dank der magnetischen Platte ist das Ablösen ein Kinderspiel. Nehmt einfach die Platte vom Heizbett, biegt sich leicht und das Druckstück löst sich. Ich bin nach den ersten Drucken von der Qualität, Geschwindigkeit und der geringe Lärmpegel beim Drucken echt begeistert, mein alter Drucker war dagegen ein Düsenjäger.

Fazit

Nachdem ich den Anycubic Vyper nun einige Zeit in Benutzung habe und die eine oder andere Einstellung optimiert haben, kann ich sagen, dass Anycubic hier einen grundsoliden 3D-Drucker abgeliefert hat, der sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Benutzer überzeugen kann. Durch Auto-Leveling wird der Einstieg in den 3D-Druck sehr einfach. Der Drucker liefert schon direkt nach dem Aufbau ein super Druckergebnis, dass man durch kleinere Änderungen über die Slicing-Software immer weiter optimieren kann. Bei dem erwähnten Lüfter muss ich allerdings etwas kleinlich sein, hier hätte man von Werk aus bereits leisere verbauen können, aber auch diese sind schnell ausgetauscht. Preislich ist der Anycubic Vyper durch die verschiedenen Anbieter oder überholten Modelle bei eBay eine echte Preisempfehlung für um die 350-270 Euro solltet ihr auf jeden Fall zuschlagen.

Im Laufe meiner Testzeit gab es in verschiedenen Foren vermehrt Probleme mit dem Level-Sensor, der bei einigen Usern wohl spontan beschlossen hat den Geist aufzugeben – es scheint hier bei einer Charge Probleme gegeben zu haben. Der Support von Anycubic ist hier wohl sehr fix und ersetzt die defekten Teile oder schickt direkt einen neuen Druckkopf, den ihr dann selbst wechseln müsst. Dies ist aber dank einer detaillierten Videoanleitung eigentlich auch kein Problem, es muss nichts gelötet werden. Mein Level-Sensor hat dieses Problem nicht und der Drucker hat nun bestimmt schon 100-150 Druckstunden ohne Probleme hinter sich.

Dieser Artikel wurde in einer längeren Version auf stadt-bremerhaven.de veröffentlicht.

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Im Netz als Pixelaffe unterwegs, hat nie Zeit, haufenweise Flausen im Kopf. Andere Menschen sagen von mir ich sei ein "Evil Genius" ...

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